Geschichte

Das Erlebnismuseum ist schon hundert Jahre alt 

Im Jahre 1912 gründeten einige besorgte Privatpersonen den Verein „Het Nederlandsch Openluchtmuseum". Sie befürchteten, dass durch die zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung ein großer Reichtum an niederländischen Traditionen und regionaler Vielfalt verloren gehen würde. Die Museumsgründer pachteten von der Gemeinde Arnheim das Landgut De Waterberg. Nachdem sechs Gebäude auf dem Gelände des Landguts aufgebaut worden waren, wurde das Erlebnismuseum am 13. Juli 1918 eröffnet.

Die Kriegszeit

1941 wurde das Museum „Reichsmuseum für Volkskunde" umbenannt und der alte Verein wurde zum „Verein der Freunde des Niederländischen Freilichtmuseums". Während der Schlacht um Arnheim bot das Museum Evakuierten und Widerstandskämpfern Obdach, bis diese durch die Kriegsgewalt auch von hier vertrieben wurden. Durch den Krieg wurden nicht nur einzelne Gebäude zerstört, auch die wertvolle Sammlung regionaler Trachten und das buntbemalte Mobiliar gingen verloren.

Die siebziger Jahre

1970 ging ein Teil der Zaaner Region in Flammen auf. Zwei kleine Gebäude konnten nicht mehr ersetzt werden. Statt dessen wurde ein Garten angelegt und das Kutschenhaus mit Wohnung aufgebaut.

Drohende Schließung 

1987 war für das Erlebnismuseum ein stürmisches Jahr. Gerade in dem Jahr, in dem es sein 75-jähriges Bestehen feierte, drohte die Regierung das Museum zu schließen. Doch es hagelte Proteste aus der Bevölkerung und ob das nun ausschlaggebend war oder nicht... nach einigen Jahren der Unsicherheit nahm am 1. Januar 1991 die Stiftung Das Erlebnismuseum die Verantwortung für ein selbständiges Fortbestehen auf sich. Die Gebäude und Sammelobjekte blieben jedoch in Staatsbesitz. Für Verwaltung und Unterhalt erhält die Stiftung jährlich einen Zuschuss vom Staat, während das Museum selbst für den laufenden Betrieb verantwortlich ist.

Auf in die Zukunft

Seitdem hat man einen neuen Kurs eingeschlagen. Man richtete die Aufmerksamkeit statt auf das Leben und Arbeiten auf dem Lande, auf die kulturellen Aspekte des alltägliche Lebens. Darüber hinaus werden die historischen Präsentationen stets lebendiger. Im Museumspark treffen Sie beispielsweise den Stellmacher und Müller an, die Ihnen ihre Arbeit vorführen. Doch auch Gerüche, Geräusche und Multimedia-Präsentationen, die sich besonders gut in das historische Ambiente einfügen, überraschen die Besucher. Mit der Realisierung des Aufsehen erregenden musealen HollandRama (geschlossen) und dem neuen Einganspavillon mit Ausstellungsräumen und Auditorium im Jahre 2000, öffnete sich das Tor in die Zukunft.

Europäisches Museum des Jahres

In den darauf folgenden Jahren entwickelte das Freilichtmuseum eine ganz eigene Museologie. Es wurden Themen behandelt, vor denen traditionelle Museen lange ihre Pforten geschlossen hielten, weil sie nicht dem traditionellen Bild der niederländischen Kultur entsprachen.

So wird in einem monumentalen Wohnbauernhof, der vor der Hochgeschwindigkeitsstrecke weichen musste, die derzeitige Entwicklung auf dem Lande beleuchtet. Über „neue" Niederländer wird in der Molukkenbaracke berichtet. Hier wird die tragische Geschichte der Molukker dargestellt. Ihre Ankunft und die ersten Jahre in diesem kalten Land. Auch die theatralische Präsentation über den Groninger Landarbeiterstreik im Jahre 1929 - der beinahe ein Jahr dauerte - beleuchtet die Schattenseite unserer Geschichte.

Zusammen mit der Dauerausstellung „Spaarstation Dingenliefde" - über Sparen, Bewahren und Sammeln - und die auf Panoramen aus dem 18. Jahrhundert basierende museale Attraktion HollandRama, überzeugten die Neuerwerbungen das Europäische Museumforum von der erneuernden Politik des Museums.

Im Mai 2005 wurde das Museum zum Europäischen Museum des Jahres proklamiert.